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Kombrig: japanische Kanonenboote Maya und Chokai (1/700) Drucken
Dienstag, 12. März 2019 um 06:00

Kanonenboot Maya Deckelbild

Modell: Maya IJN Gunboat 1888
Hersteller: Kombrig
Maßstab: 1/700
Material: Resin
Art.Nr.: 70190
Preis: 13,40 € (bei NNT)

Kanonenboot Chokai Deckelbild

Modell: Chokai IJN Gunboat 1888
Hersteller: Kombrig
Maßstab: 1/700
Material: Resin
Art.Nr.: 70189
Preis: 13,40 € (bei NNT)

Das Original

Die vier Kanonenboote der Maya-Klasse waren die ersten in Japan gebauten Schiffe mit Eisenrumpf. Wobei nur die ersten beiden Schiffe, die Maya (摩耶) und die Chokai (鳥海), tatsächlich einen Rumpf aus Eisen hatten. Der Rumpf der Atago (愛宕) war aus Eisen und Stahl und der der Akagi (赤城) komplett aus Stahl. Die Akagi besaß zudem als einzige eine erhöhte Back. Alle vier Schiffe verfügten über zwei Masten für eine Hilfstakelage, die wie bei einem Schoner ausgeführt war. Mit den zwei Dampfmaschinen erreichten sie eine Geschwindigkeit von 10,25 Knoten. Ihre Länge betrug 47 m. Die Bewaffnung der Maya bestand aus zwei 149 mm-Geschützen, zwei 6 Pfünder-Geschützen und zwei Nordenfelt-Vierlingsgeschützen. Die Chokai verfügte über ein 210 mm- und ein 120 mm-Geschütz von Krupp sowie ebenfalls zwei Nordenfelt-Vierlingsgeschütze zur Torpedobootbekämpfung.

Die Maya lief am 18. August 1886 vom Stapel und wurde am 20. Januar 1888 fertiggestellt. Der Stapellauf der Chokai fand am 20. September 1887 statt, ihre Fertigstellung erfolgte am 27. Dezember 1888.

Einsatzgeschichte der Maya

Die Maya nahm als Patrouillenschiff am Chinesisch-Japanischen Krieg teil und eskortierte auch Truppentransporte.

Im Russisch-Japanischen Krieg gehörte die Maya zunächst zu den Blockadestreitkräften von Port Arthur. Später war sie an der Schlacht am Yalu Fluss beteiligt, der ersten große Landschlacht des Krieges, in der am 30. April/ 01. Mai 1904 drei japanische Divisionen auf eine russische Infanteriedivision und eine Kosaken-Kavalleriebrigade trafen. Zusammen mit dem Kanonenboot Uji und den Torpedobooten 68 und 69 unterstützte die Maya die japanischen Landstreitkräfte und trug so maßgeblich zum Sieg bei. Auch bei der letzten Schlacht des Krieges, der Invasion von Sakhalin, war sie Teil der Unterstützungseinheiten.

1908 wurde die Maya aus dem aktiven Dienst genommen und als Ausbildungsschiff verwendet. Ab 1911 wurde sie als Polizeischiff in Kobe eingesetzt. Sie wurde im Dezember 1918 an eine private Firma verkauft und bis zur Verschrottung 1932 als Transportschiff verwendet.

Einsatzgeschichte der Chokai

Die Chokai wurde im ersten Chinesisch-Japanischen Krieg eingesetzt. Unter anderem war sie als Patrouillenschiff unterwegs, nahm aber auch an der Schlacht von Weihaiwei teil. Nach dem Krieg blieb sie bei den Besatzungsstreitkräften in China. Auch während des Boxeraufstandes patrouillierte die Chokai vor Chinas Küsten.

Während des Russisch-Japanischen Krieges war die Chokai wie die Maya Teil der Blockade von Port Arthur. Bei der Landung an der Mündung des Yalu bildete Chokai mit der Korvette Kaimon und den Torpedobooten 62 und 63 die Eskorte für vier Transportschiffe. Dieser Verband verließ Cinampo am 1. April und erreichte die Flussmündung am nächsten Tag. Chokai und Kaimon wurden allerdings vor Beginn der Schlacht am Yalu durch die Kanonenboote Uji und Maya abgelöst und zurück nach Port Arthur beordert. In der Nacht zum 2. Mai, beim dritten Versuch die Hafeneinfahrt mit alten Frachtern zu blockieren, sollte die Chokai zusammen mit der Akagi und den Torpedobooten Hayabusa, Chidori, 70 und 67 zwölf Schiffe zur Hafeneinfahrt begleiten. Dabei wurden die Schiffe jedoch durch einen Sturm zerstreut und das Unternehmen wurde abgebrochen. Allerdings erhielten nicht alle Schiffe den Befehl, einige fuhren weiter und wurden noch vor der Hafeneinfahrt versenkt. Die Chokai war immer wieder bei Landeunternehmungen als Eskorte dabei und beschoss dabei auch feindliche Stellungen an der Küste. Bei der Schlacht von Nanshan kam die Chokai unter feindliches Feuer, dabei fiel Kapitän Hayashi Michio. Wie ihre Schwesterschiffe war auch die Chokai an der Invasion von Sakhalin beteiligt.

1908 wurde die Chokai aus dem aktiven Dienst genommen und als Ausbildungsschiff verwendet. Sie wurde kurzzeitig 1911 als Polizeischiff in Kobe verwendet. Allerdings folgte schon ein Jahr später der Verkauf zur Verschrottung.

Der Bausatz

Kombrig arbeitet fleißig daran, alle Schiffe aus dem Russisch-Japanischen Krieg anzubieten. Dazu gehören auch drei Boote der Maya-Klasse. Mir liegen zur Besprechung das Typschiff Maya und das Schwesterschiff Chokai vor. Die zwei identischen Resinbausätze bestehen aus je einem Rumpf und vier Rahmen mit Kleinteilen wie den Geschützen, Torpedorohren, Lüftern sowie dem einzelnen Brückendeck.

In beiden Bausätzen sind sowohl die Geschütze für die Maya als auch für die Chokai enthalten. Dadurch kann man sich auch nach dem Kauf eines Modells noch für das Schwesterschiff entscheiden. Ebenso lässt sich die Atago bauen, da diese die gleiche Bewaffnung wie die Chokai hatte. Nur für den Bau der Akagi muss man zu einem anderen Bausatz greifen, da diese einen anderen Rumpf mit einer erhöhten Back hatte. Die Teile sind separat in kleine Tüten verpackt. Ätzteile liegen keine bei und auch die Masten müssen aus Messingrohr selbst erstellt werden.

Vergleich der Maya/Chokai mit dem Zerstörer Shirakumo in der Mitte und dem Küstenpanzerschiff Fuso oben.

Die Anleitung

Die Anleitung besteht aus jeweils drei ausreichend großen DIN A4-Seiten mit Informationen über das jeweilige Schiff, einer Teileübersicht und einer Ansicht, die den Zusammenbau in einem Schritt erklärt. Da hat sich Kombrig deutlich gebessert in den letzten Jahren.

Die Anleitung der Maya:

Die Anleitung der Chokai:

Wie immer liegen keine Farbangaben vor. Originalfotos sind auch rar, aber die Deckelbilder zeigen die Schiffe mit dem Friedensanstrich mit weißem Rumpf und gelbem Schornstein. Der Rumpf hatte einen wahrscheinlich schwarzen Zierstreifen. Im Krieg hatten beide Schiffe einen grauen Anstrich.

Quellen

  • Wikipedia
  • Navypedia
  • MMP, Russo-Japanese Naval War 1905 vol.1 und vol.2 von Piotr Olender

Fazit

Wieder ein kleines Boot von Kombrig, das als perfektes Zubehör für ein Modell der größeren japanischen Einheiten dienen kann. Oder man lässt die Kanonenboote für sich allein stehen, da sie auch so ein ungewöhnliches Bild abgeben. Trotz des wieder nötigen zusätzlichen Aufwands, wie zum Beispiel dem Eigenbau der Masten bei Bausätzen von Kombrig, sind die Modelle für den Bauer von Schiffen aus dieser Epoche:

alt empfehlenswert


Christian Höltge

Wir danken Kombrig für die Bausatzmuster