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Flugboot Dornier Do 26 (1/72, Mach 2) von Jürgen Petersen Drucken
Mittwoch, 24. September 2014 um 05:00

Das Original

Nach den Erfahrungen mit den Dornier-Wal- und Do 18-Flugbooten im Luftpostdienst über den Südatlantik zeichnete sich der Bedarf nach einem Flugboot mit erheblich mehr Reichweite ab. Diese wurde, neben der viermotorigen Auslegung mit zwei Tandem-Motorgondeln und großer Tankkapazität, vor allem durch eine aerodynamisch hochwertige Formgebung erreicht.

Auf die Stummelflügel wurde daher verzichtet, die Stabilität auf dem Wasser wurde durch in die Flügel einziehbare Stützschwimmer erreicht. Das ging zwar ein wenig auf Kosten der Seetüchtigkeit, reduzierte den Luftwiderstand jedoch enorm. Statt eines Pylons, auf dem der Flügel ruht, wurde ein Möwen-Knickflügel eingebaut, der ebenfalls genug Abstand der Propeller zum Wasser gewährleistet. Die hinteren Propeller wurden über kurze Fernwellen angetrieben, die bei Start und Wasserung um 10 Grad nach oben geschwenkt werden konnten, um auch den hinteren Propellern genügend "Bodenfreiheit" zu geben. Wie schon bei der Do 18, wurden auch hier wieder die sparsamen Junkers Jumo 205 Schweröl-Dieselmotoren verwendet. Das konsequent auf gute Aerodynamik ausgelegte Design führte zum wohl elegantesten Flugboot, das es je gab.

Die erste Maschine, die D-AGNT "Seeadler", flog erstmals im Frühjahr 1938. Noch im selben Jahr folgte die V2 D-AWDS "Seefalke". Beide wurden bei der Lufthansa in Dienst gestellt. Die Seefalke flog im Februar 1939 600 kg Hilfsgüter nach Brasilien, die von dort aus mit einer Ju 52 des Condor-Syndikats ins Erdbebengebiet nach Chile weitertransportiert wurden. Die V3 D-ASRA "Seemöwe" wurde 1939 fertiggestellt, bei der Lufthansa jedoch nicht mehr eingesetzt. Sie wurde, wie auch die V1 und V2, zum Fernaufklärer umgebaut. Drei (bei einer Maschine sogar vier) MG-Abwehrstände wurden eingebaut. Diese Änderungen führten aufgrund des höheren Luftwiderstandes zu einer Reichweiten-Einbuße von rund 1000 km. Insgesamt wurden sechs Flugboote dieses Typs fertiggestellt. Eine Serienproduktion in Frankreich war geplant, aber daraus wurde nichts. Sie wurden zunächst in Norwegen als Fernaufklärer und Transporter eingesetzt. Vier der sechs eingesetzten Flugboote gingen schon im Jahr 1940 verloren, eines davon bei einem Katapultstart. Die beiden verbleibenden bekamen 1941 eine neue Enteisungsanlage für die Flügelvorderkanten. 1943 flog die Do26 V6 zwei Rettungseinsätze für die Besatzung der auf Grönland befindlichen Wetterstation, die zuvor bei einem Luftangriff zerstört wurde. Ersatzteilmangel und andere Probleme führten dazu, daß die beiden letzten Maschinen in Kiel-Holtenau 1944 eingelagert werden sollten, wo sich ihre Spur verliert.

Mein Modell stellt die Do26 V2 "Seefalke" dar.

Das Modell

Für alle, die die französische Marke Mach2 noch nicht kennen, sei gesagt, daß es hier einige sehr interessante Flugzeug-Bausätze im Sortiment gibt, diese in der Ausführung jedoch recht rudimentär und teilweise auch schlicht falsch sind, so daß sehr viel Korrektur- und Verfeinerungsarbeiten nötig sind, damit ein ansehnliches Modell daraus wird.

Anfangs konnte dieser Bausatz durchaus den Eindruck erwecken, daß nach Beseitigung aller Mach2-typischen Macken, wie Entgraten, Schärfen der Hinterkanten und Verbesserung der Kleinteile ein brauchbares Modell daraus zu schnitzen möglich wäre. Ein dicker Grat in einer Rumpfschale läßt mal wieder auf einen Riß in der Form schließen. Neugierig, wie unsereins nun mal beim Auspacken und Betrachten der Spritzlinge ist, habe ich die Rumpf- und Tragflächenteile gleich von den Spritzlingen gelöst und mit Klebeband und untergelegten Stützen provisorisch zusammengesetzt. Dabei sind die Rumpfseiten glatt und haben nicht die sonst üblichen Anschlußflächen für die Flügel. Nur jeweils ein schmaler, schräg liegender Schlitz auf jeder Seite und als Gegenstück eine Klebelasche an der Unterhälfte der Tragflächen stellen die Verbindung her.

Und schon die Katastrophe: Bei richtiger Höhe der Tragflächen (der äußere Teil der Tragflächen sollte, von vorn gesehen, etwa gerade verlaufen, vielleicht ein klein wenig in Richtung positive V-Form) stimmt das Modell in der Draufsicht gar nicht. Die Flügelhinterkanten, die beim Vorbild gerade, d. h. rechtwinklig zur Flugzeuglängsachse, verlaufen, haben hier eine deutliche Pfeilung. Bei abgesenkten Tragflächenenden hingegen stimmt die Geometrie in der Draufsicht, aber dann sieht der Vogel recht flügellahm aus.

Zu diesem Problem fand ich zunächst keine Lösung, hat aber je auch noch etwas Zeit. Aber den Rumpf konnte ich ja schon mal bauen. In der Zwischenzeit erhielt ich auch endlich Zeichnungen, die ich auf die entsprechende Modellgröße kopieren ließ. So offenbarte sich, daß das Seitenleitwerk zu klein war. Da ich das Ruder sowieso abtrennen wollte, ergab sich eine einfache Lösung: An die Unterkante des Ruders und auf die Oberkante des Leitwerks klebte ich jeweils 3 mm Plasticart-Stücke und schliff sie bündig mit den Bausatzteilen. Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich selbstgeschnitzte Trimmruder angebracht. So paßte es schon einmal weitgehend.

Da die Klarsichtteile für die Bullaugen völlig unbrauchbar waren, habe ich die Öffnungen ein wenig, auf 5 mm, aufgebohrt. Mit einem handelsüblichen Bürolocher habe ich dünne Scheibchen Klarsichtmaterial mitsamt Tamiya-Tape ausgestanzt und diese dann mit Weißleim in die Öffnungen eingesetzt. So habe ich auch gleich Abkleber als Schutz beim Bemalen. Zwar mögen die Bullaugen nun etwas zu groß sein, aber dafür sieht das super-sauber und klar aus.

Die Intrumentenbrett-Abdeckung gibt es im Original nicht und wurde entfernt. Der Cockpitboden kam 3 mm tiefer und das vordere Schott sowie das Instrumentenbrett um 3 mm weiter nach vorn. Die Sitze bekamen noch Gurte aus Tamiya-Tape, der Navigator-Arbeitsplatz eine Seekarte. Im hinteren Rumpfbereich habe ich ebenfalls die vorgesehenen Schotts eingebaut. Diese sind zwar später nicht zu sehen, verleihen aber dem Rumpf mehr Stabilität. Nachdem alle Innereien fertiggestellt sind, könnte doch eigentlich... hoffentlich habe ich nichts vergessen, sieht alles gut aus, ja, jetzt klebe ich mal den Rumpf zusammen. Wie nicht anders zu erwarten, erfordert die Rumpfmittelnaht eine gewisse Nacharbeit, aber wir sind ja Modellbauer und keine Teilezusammenkleber. Spachtelmasse, gezogene Gußäste und dünne Evergreen-Streifen bügeln die gröbsten Ungenauigkeiten aus. Beim Vorbild verlaufen auf der Oberseiten zwei außen liegende Stringer, die zur Verstärkung dienen und gleichzeitig den begehbaren Bereich des Rumpfrückens begrenzen. Beim Modell waren die nur krüppelig dargestellt und ich habe sie beim Verschleifen der Verklebung gleich mit weggeflext, die machte ich später neu.

Wegen der ungeklärten Problematik der Flügel-Rumpfmontage habe ich nach weitgehender Fertigstellung des Rumpfes das Modell für lange Zeit zur Seite gelegt. Eines Tages jedoch ergatterte ich endlich gute Zeichnungen des Flugzeuges, wonach ich eine Helling bauen konnte, um die Tragflächen im passenden Winkel an den Rumpf zu bekommen. Die Stecklaschen habe ich entfernt. Mit vielem Herumprobieren, Feilen und Schleifen machte ich aus 2 mm-Plastikresten einen Flügelholm, um der Montage mehr Halt zu geben. Ich war fast fertig, da merkte ich, daß der linke Flügel ja viel dünner war als der rechte. So habe ich den Flügel an der Vorderkante wieder aufgesägt, Plastikreste dazwischengeklemmt und wieder alles verklebt. Ein neuer Holm war schnell zurechtgeschnitzt. Vor der Endmontage habe ich noch die Gravuren nachgezogen, weil sie etwas unscharf und unsauber aussahen. Und die Hinterkanten habe ich durch intensives Schleifen schärfer gemacht, zudem die Querruderspalten durch Nachgravieren hervorgehoben. In den Rumpfrücken kam ein Schlitz, so konnte ich den Holmstummel von oben und die Tragflächen von den Seiten zusammenstecken.

So lagen nun Rumpf und Tragflächen in der Helling. Hier offenbarte sich das ganze Ausmaß der Fehlstellung. Und wie bekomme ich jetzt die Teile zusammen? Den herbeigeeilten Modellbaukameraden bot sich ein Bild des Grauens. Es gab keinen anderen Ausweg, die Amputation war der einzige Ausweg. So schnitt ich dann vom hinteren Teil der Tragflächen die Übergangsbereiche zum Rumpf ab. Die verbleibenden Tragflächen wurden so an den Rumpf geklebt und das ganze mehrere Tage in Ruhe gelassen. Nachdem sich eine feste Verbindung der drei Teile gebildet hatte, nahm ich die Übergangsteile und klebte sie an der richtigen Stelle an den Rumpf. Den entstehenden Spalt in der Tragfläche verschloß ich danach mit Plastikart-Resten. Nach abermaliger gründlicher Durchhärtung der Verklebung war intensives Feilen, Schleifen, Spachteln und schon wieder Schleifen angesagt.

Nun kamen die Höhenleitwerke an die Reihe. Wundert es jetzt noch einen, daß sie nicht genau stimmen? Sie sind in der Tiefe zu klein, was aber einfach zu beheben war, da ich die Ruder sowieso abtrennen und etwas abgewinkelt wieder anbringen wollte. An die Hinterkante des festen Leitwerksteils setzte ich je einen Streifen Plasticart. Mit der Flosse bündig geschliffen, konnten nun die Höhenruder wieder angebracht werden.

Die Anbringung der vorderen Motorgondeln war einfach, man muß nur darauf achten, daß deren Längsachse genau nach vorn zeigt.

Interessant wird es dann wieder bei den Kleinteilen. Bei den dreieckigen Beschlägen für die Spalt-Landeklappen war es recht einfach, die habe ich etwas dünnergeschliffen, den Spalt darin leicht graviert und unter dem Flügel verbaut. Schwieriger wurde es aber bei den Querruder-Aufhängungen. Die habe ich an den Seiten dünnergeschliffen und ein klein wenig weiter vorn am Flügel angebracht (ca. 1,5-2 mm), als es das Modell vorsah, weil sonst die Querruder genau in deren Mitte angelenkt worden wären. Die falsch positionierten Löcher sind mit kleinen gezogenen Gußast-Stücken verschlossen. Auf dem Rumpfrücken habe ich nun zwei parallel verlaufende Rillen eingraviert und mit Hilfe von "auf Eck" darin eingelegten 0,5x0,5mm-Evergreen-Leisten die Stringer nachgebildet, die auf dem Rumpf den begehbaren Bereich begrenzten und das Abrutschen und Überbordgehen von Besatzungsmitgliedern verhindern sollten.

Da ich gerade mit der Flügelunterseite zugange war, nahm ich mir gleich die Kühlergehäuse vor. Die ließen sich, nach üblichem Versäubern und Entgraten, überraschend leicht zusammengesetzen und angebauen. Die anfangs weggeschliffenen Entlüftungen auf der Rumpfoberseite habe ich aus Abschnitten eines großen Rades aus der Grabbelkiste neu angefertigt. Die kleinen Abschnitte habe ich an den Schnittflächen glattgeschliffen, so daß diese leicht unterschiedliche Größen bekamen. In der Mitte durchgetrennt, habe ich für beide Entlüfter je ein größeres vorderes und ein kleineres hinteres Teil auf den Rumpf geklebt.

Inzwischen waren die Luftschrauben an der Reihe. Die unsauber gespritzen Propellerblätter mussten nach der Versäuberung einzeln in die Spinner gesteckt werden. Zu dem Zweck mußte ich die Buchsen im zu kleinen Spinner und die Gegenstücke an den Blattwurzeln bearbeiten. Wenn ich im Modellbau eines hasse, dann sind das einzelne Propellerblätter, vor allem, wenn das ganze noch nicht einmal paßt. Korrekte Quirle finden sich nur in dem alten Bausatz der Ju 86 (Diesel-Version) von Italeri, aber zwei Kits davon erstehen, nur wegen der Propeller? Eine Propeller-Helling, die ich von einem anderen Modell noch übrighatte, half mir, jeden Tag einen Prop herzustellen. Vorher mußte ich auch die Blattwurzeln etwas verkürzen. Da habe ich auch gleich noch einen dicken Fehler gemacht: die hinteren Druckpropeller drehen ja andersherum als die vorderen. Das habe ich leider beim Einsetzen der Blätter nicht berücksichtigt.

Statt der dicken und trüben Original-Pilotenkanzel kam eine tiefgezogene von Falcon zum Einbau, die nicht nur viel transparenter ist, sondern auch in der Form viel besser stimmt. Zu beachten ist dabei, daß die Kanzel mit drei kleineren Frontscheiben nur für die V1 und V2, die andere mit nur zwei Windschutzscheiben für die anderen vier Exemplare vorgesehen ist. Die Kanzel paßt nach sorgfältigem Ausschneiden ausgezeichnet in den Rumpfausschnitt. Spachteln an der rückwärtigen Nahtstelle zum Rumpf hin bleibt einem aber trotzdem nicht erspart. Nach fleißigem Verschleifen brachte ich dünn ausgezogene Gußast-Stücke als Schienen für die Schiebefenster an.

Die vorderen Motorverkleidungen saßen schon am Modell. Jetzt kamen die hinteren an die Reihe. Da hatte ich die Wahl, sie in normaler Flugposition oder in der um 10 Grad nach oben gestellten Position für Start und Wasserung einzubauen. In letzterem Fall mußte jeweils im vorderen Bereich der hinteren Motorverkleidung unten etwas Material entfernt werden. Ich hatte mich für die Flugposition entschieden, da das Modell ursprünglich für einen anderen Zweck gebaut wurde. Vor dem Einbau erhielten die hinteren Motorgondeln oben noch je eine Handreling aus 0,3 mm-Stahldraht.

Die Lage der Auspuffe hatte mir zunächst Rätsel aufgegeben. Die Motoren hatten je einen Auspuff links und rechts. Bei den beiden Lufthansa-Maschinen war der jeweils vordere innere Auspuff jedoch auf die Tragflächenoberseiten in Rumpfnähe verlegt, möglicherweise saßen dort irgendwo Wärmetauscher für eine Cockpitheizung. Das ist aber nur eine Vermutung von mir, aber einen anderen Sinn sehe ich nicht bei dieser Installation. Bei mindestens einer Maschine der Reichsluftwaffe saßen die nach außen weisenden Auspuffe der vorderen Motoren auch außen auf den Flügeloberseiten, irgendwo las ich, daß die Maschine(n), die damals in Norwegen im Einsatz waren, eine Tragflächen-Enteisung bekamen, was möglicherweise mit Auspuffwärme bewerkstelligt wurde. Der Stummel, der beim Bausatz auf der Flügeloberseite angegossen ist, soll diese Auspuffmündung darstellen und den habe ich, da es diesen bei den Lufthansa-Maschinen noch nicht gab, für mein Modell weggeflext. Die übrigen Auspuffe, insbesondere die der hinteren Motoren, mündeten direkt aus den Motorgondeln. Die Auspuffe habe ich aus dünnem Plastikrohr nachgebildet.

Die Stützschwimmer unter den Flügeln ließen sich ohne Hilfsmittel nicht korrekt befestigen. Mit dünnen Drahtstiften in den Schwimmern sowie entsprechenden Bohrungen in den Tragflächen konnte ich dem abhelfen.

Nachdem ich das Modell nun etliche Male geschliffen und gespachtelt und schließlich gereinigt hatte, stand nun die Bemalung an. Auf vielen Bildern sieht das Grau mehr oder weniger metallisch aus und so hatte ich aus verschiedenen Grau-/Alu-Mischungen Versuche gemacht. Ich weiß nicht, warum, aber es wollte einfach nicht so aussehen wie auf den Fotos. Schließlich entschied ich mich für ein einfaches Grau ohne Metallic-Anteile in Form von Humbrol 166. Die Tragflächen-Oberseite soll gelb gewesen sein, da dachte ich zunächst an das Lufthansa-Gelb von Revell. Als Enamel-Farbe war das Gelb viel zu rötlich, auch die Aqua-Variante, die stark von dem anderen abwich, überzeugte mich auch nicht so. Schließlich nahm ich Model Master Gelb matt. Da der genaue Farbton sich ja wohl doch nicht mehr rekonstruieren läßt, hatte ich mir in einem Anflug von künstlerischer Freiheit einfach das schönste Gelb ausgewählt. Der Bereich der Motoren ist in Revell Aqua Anthrazit bemalt. Den Bereich am Leitwerk, wo das damalige unheilvolle Zeichen hinsollte, hatte ich zunächst weiß bemalt. Dann klebte ich von alten Revell-Aqua-Pötten die Farbaufkleber mitten drauf und bemalte den Bereich daraufhin rot. (Die Bapperl auf den Farbdosen haben zufällig genau die erforderliche Größe).

Die Decals entnahm ich nicht vom Bausatz, denn hier haben die Buchstaben teilweise die falschen Größen. Ein Modellbauer aus dem Flugzeugforum, auf den ich stieß, weil er auch gerade die Do 26 baute und sich Decals selber angefertigt hatte, hatte ich per PN angemailt, und er hatte mir daraufhin einen Satz Decals zugeschickt.

Ich wollte noch berichten, warum die Abgas-Ablagerungen so heftig ausgefallen sind. Das war trotz der Schweröl-Motoren, die sicher ganz gut gequalmt hatten, nicht beabsichtigt, aber da meine Airbrush plötzlich gespuckt hatte, konnte ich die Folgen nur durch abermaliges Übernebeln vertuschen.
Zuvor unterzog ich das Modell noch zwei Maßnahmen: Die erste war, daß ich das Modell in ein flaches Gefäß stellte und gerade ausrichtete. Dann füllte ich soviel starken schwarzen, halbwegs abgekühlten Tee ein, daß der Pegel in etwa auf Höhe der Wasserlinie lag. Nach einer Stunde verblieb ein schwach wahrnehmbarer Rand, der die Verschmutzung durch längeres Liegen im Wasser simulieren soll.
Nachdem das Modell wieder trocken war, übersprühte ich es rundum mit Marabu-Seidenmattlack.

Da hätte ich doch beinahe noch was vergessen - der Antennenmast ist selbstgeschnitzt, und zwar besteht er aus einem Stück Contrail-Profilstrebe, wobei in die Vorderkante ein Einschnitt und darin ein dünner, nach unten verlängerter Stahldraht kam. In den Rumpf bohrte ich oben ein Loch und versenkte darin ein dünnes Messingrohr, das auf dem Boden des Besatzungsraumes endete und somit stabil im Rumpf sitzt. So konnte ich den Antennenmast von oben ins Messingrohr stecken, er ist sehr stabil, wenn ich mal mit der Hand an die Antennendrähte (aus "unsichtbarem" Nähgarn) komme, bricht er nicht gleich ab. Die Dipol-Ringantenne ist aus dem Bausatz, allerdings feilte ich den Ring erheblich dünner.

Jürgen Petersen